«Urban Consumer Services Sektor der Stadt Basel» Studie 2026
StadtKonzeptBasel hat BAK Economics beauftragt, den Urban Consumer Services Sektor der Stadt Basel zu untersuchen. Die Studie betrachtet Basel als Konsum-, Service- und Erlebnisdestination und richtet den Blick auf jene Angebote, die Menschen in die Stadt bringen, deren Alltag versorgen und den Stadtraum beleben. Dazu gehören Detailhandel, Gastronomie, Kultur, Freizeit, Gesundheit, Bildung, Finanz- und weitere Versorgungsdienstleistungen.
Die Studie ist damit mehr als eine wirtschaftliche Bestandsaufnahme. Sie zeigt, welche Bedeutung dieser Sektor für die Stadt Basel hat, wo sich seine Angebote konzentrieren, was Besucherinnen und Besucher an Basel schätzen und mit welchen Rahmenbedingungen die Unternehmen konfrontiert sind. Für StadtKonzeptBasel bietet sie eine wertvolle situative Einordnung und bestätigt zentrale Themen, die für eine lebendige, vielfältige und attraktive Stadtentwicklung entscheidend sind.
Datengrundlage der Studie
Die Studie von BAK Economics basiert auf einer Bestandsaufnahme des Urban Consumer Services Sektors in der Stadt Basel. Dazu wurden Strukturdaten zu Arbeitsstätten, Beschäftigung, Branchen und räumlicher Verteilung ausgewertet, unter anderem auf Basis der Statistik der Unternehmensstruktur des Bundesamtes für Statistik. Ergänzend wurden zwei Interessengruppen befragt: einerseits Unternehmen des Urban Consumer Services Sektors, andererseits Stadtnutzende, also Besucherinnen und Besucher aus Basel, der Region, der Schweiz und dem Ausland. Die Unternehmensbefragung umfasste 107 Unternehmen, die zusammen rund 6’100 Mitarbeitende und 144 Filialen in Basel repräsentieren. An der Besucherbefragung nahmen 141 Personen teil. BAK Economics AG ist Herausgeberin der Studie und als wirtschaftliche Analyse- und Forschungspartnerin tätig.
Ein Sektor mit grosser Bedeutung für Basel
Der Urban Consumer Services Sektor ist ein tragender Bestandteil der Basler Stadtökonomie. Von rund 17’000 Arbeitsstätten in der Stadt Basel gehören 7’847 zu diesem Bereich. An diesen Standorten arbeiten 74’772 Personen. Gemessen in Vollzeitäquivalenten entfallen rund 37 Prozent der gesamten Beschäftigung der Stadt Basel auf den Urban Consumer Services Sektor.
Das zeigt: Basel wird nicht nur durch grosse Arbeitgeber, Wissenschaft, Verwaltung oder internationale Unternehmen geprägt. Die Stadt lebt ebenso von den vielen Betrieben und Angeboten, die täglich Frequenz, Versorgung, Begegnung und Aufenthaltsqualität schaffen. Sie machen Basel im Alltag sichtbar, nutzbar und erlebbar.
Basel ist mehr als ein Einkaufsort
Die Studie unterteilt den Urban Consumer Services Sektor in drei Bereiche: Shopping, Freizeit und Versorgungsdienstleistungen. Die grösste Kategorie bilden die Versorgungsdienstleistungen mit knapp 50’000 Beschäftigten. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Bildung, Finanzen, Verkehr und weitere Dienstleistungen. Die Freizeitdienstleistungen beschäftigen rund 14’000 Personen, die Shopping-Branche rund 11’000 Personen.
Für StadtKonzeptBasel ist diese Differenzierung wichtig. Basel darf nicht auf Shopping reduziert werden. Der Detailhandel bleibt für die Innenstadt und die Quartiere wesentlich, doch die Attraktivität Basels entsteht im Zusammenspiel von Einkauf, Gastronomie, Kultur, Freizeit, Service, Stadtbild und Begegnung. Gerade diese Verbindung schafft eine Qualität, die nicht einfach durch Onlinehandel oder günstigere Angebote im grenznahen Ausland ersetzt werden kann.
Die Hotspots zeigen die Vielfalt der Stadt
Die Studie identifiziert sechs Hotspots des Urban Consumer Services Sektors: Marktplatz–Barfüsserplatz, Aeschenvorstadt, Steinenvorstadt, Claraplatz, Kleinhüningen beziehungsweise Stücki Park und St. Jakob-Park. In diesen Räumen befinden sich rund 25 Prozent aller Arbeitsstätten des Sektors; im Shoppingbereich sind es fast 40 Prozent.
Diese Hotspots zeigen, dass Basel nicht aus einem einzigen Zentrum besteht, sondern aus unterschiedlichen Stadtbausteinen mit eigenen Profilen. Marktplatz–Barfüsserplatz steht für Altstadt, Shopping und touristische Frequenz. Die Steinenvorstadt ist stark durch Freizeit, Gastronomie und Ausgehen geprägt. Die Aeschenvorstadt ist ein Dienstleistungs- und Arbeitsort. Der Claraplatz wirkt als gemischter Anker für Kleinbasel. Stücki/Kleinhüningen verbindet Nahversorgung, Arbeit und Dienstleistungen. St. Jakob steht für Shopping, Sport und Event. Die Weiterentwicklung Basels braucht deshalb differenzierte Ansätze, die diese unterschiedlichen Qualitäten aufnehmen und miteinander verbinden.
Menschen kommen wegen Atmosphäre, Freizeit und Begegnung
Die Besucherbefragung zeigt ein klares Bild: Viele Menschen kommen nicht primär zum Einkaufen in die Stadt. Der häufigste Grund für den Stadtbesuch sind Freizeit und Unterhaltung mit 37 Prozent. Freunde oder Familie treffen sowie Bummeln folgen mit je 21 Prozent.
Basel wird damit vor allem als Aufenthalts- und Erlebnisraum wahrgenommen. Besonders geschätzt werden die Atmosphäre und Stimmung der Stadt, die Erreichbarkeit und die Vielfalt des Angebots. Diese Ergebnisse bestätigen die strategische Bedeutung eines attraktiven Stadtraums, guter Erlebnisse und lebendiger Angebote. Menschen kommen in die Stadt, weil sie dort mehr finden als reine Versorgung: Begegnung, Inspiration, Orientierung, Gastronomie, Kultur und ein urbanes Gesamtgefühl.
Erreichbarkeit und Erlebnisangebot als Standortvorteile
Die Erreichbarkeit der Stadt Basel wird sehr positiv bewertet, die kurzen Wege werden geschätzt. 32 Prozent der befragten Besucherinnen und Besucher reisen mit Tram oder Bus an, 21 Prozent mit dem Zug und 18 Prozent mit dem Velo. Nur 13 Prozent nutzen das Auto. Fast zwei Drittel bewerten die Erreichbarkeit als sehr gut, rund ein Viertel als eher gut. Damit konzentriert sich die Anreise deutlich auf öffentliche Verkehrsmittel und Velo.
Auch das Erlebnis- und Freizeitangebot wird grossmehrheitlich positiv beurteilt. 29 Prozent der Befragten bewerten es als sehr gut, 48 Prozent als eher gut. Damit sind knapp 80 Prozent mit dem Erlebnisangebot der Stadt Basel zufrieden. Die Diskussion um Ladenöffnungszeiten ist in diesem Zusammenhang differenziert zu betrachten: 28 Prozent der Befragten wünschen sich längere Öffnungszeiten, 50 Prozent sehen dafür keinen Bedarf, 18 Prozent sind unentschieden. Längere Öffnungszeiten sind damit ein relevantes Thema, aber gemäss Befragung kein Mehrheitsanliegen.
Für Basel bedeutet dies: Die Grundlagen als urbane Konsum-, Service- und Erlebnisdestination sind stark. Entscheidend ist, diese Stärke weiterzuentwickeln – mit guten Wegen, klarer Orientierung, attraktiven Übergängen, Aufenthaltsqualität und Angeboten, die Menschen zum Verweilen einladen.
Wirtschaftliche Herausforderungen für Unternehmen
Die Studie zeigt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld für viele Unternehmen anspruchsvoller gestaltet. Ein grosser Teil der befragten Unternehmen berichtet von rückläufigen Margen seit 2019. Gleichzeitig sind die Kosten für Immobilien, Personal, Energie und Beschaffung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bei den Mieten geben 77 Prozent der befragten Unternehmen eine Zunahme um 19 Prozent an.
Dieser Befund ist differenziert einzuordnen. Die Entwicklung ist nicht nur lokal zu erklären, sondern steht im Zusammenhang mit geopolitischen Veränderungen, Inflation, höheren Energiepreisen, veränderten Lieferketten, Digitalisierung, Onlinehandel und dem allgemeinen Strukturwandel im Konsum. Auch die Miet- und Immobiliensituation gehört zu diesem Bild, sie ist jedoch nicht isoliert oder einseitig negativ zu betrachten. In Basel finden laufend Investitionen in Immobilien, Sanierungen, neue Nutzungen und Infrastruktur statt. Diese Investitionen können Qualität schaffen, Standorte erneuern und die Stadt zukunftsfähig machen. Gleichzeitig verändern sie Kostenstrukturen und erhöhen die Anforderungen an tragfähige Geschäftsmodelle.
Für StadtKonzeptBasel steht deshalb nicht eine Problemdebatte im Vordergrund, sondern das Zusammendenken von Standortqualität, Investitionen, Nutzungsmix, Rahmenbedingungen und lokaler Wertschöpfung. Eine attraktive Stadt braucht gute Räume, engagierte Betriebe und ein Umfeld, das Entwicklung ermöglicht.
Attraktivität der Stadt als Erlebnisort
Die Unternehmen beurteilen die städtische Infrastruktur mehrheitlich positiv. Rund 80 Prozent stimmen zu, dass veraltete Infrastruktur genügend ersetzt wird und dass in neue beziehungsweise zukünftige Infrastruktur investiert wird. Auch die Bemühungen, grössere Events und Kongresse nach Basel zu holen, werden positiv wahrgenommen.
Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, wo weiteres Potenzial liegt. Am häufigsten wünschen sich die Unternehmen zusätzliche Investitionen in die Gestaltung des Stadtraums, gefolgt von der Weiterentwicklung des Verkehrsnetzes, insbesondere ÖV und Radwege. Der öffentliche Raum ist damit nicht einfach Kulisse, sondern ein zentraler Teil des urbanen Angebots. Plätze, Gassen, Begrünung, Beleuchtung, Sitzgelegenheiten, Orientierung, Sauberkeit und Zugänglichkeit beeinflussen, ob Menschen kommen, verweilen, konsumieren und wiederkommen.
Auch Events, Kongresse und wiederkehrende Formate tragen zur Attraktivität Basels bei. Sie bringen Frequenz in die Stadt, stärken das Image und machen Basel als Erlebnisort sichtbar. Beispiele wie der Eurovision Song Contest oder die Art Basel zeigen, wie stark solche Anlässe zur Wahrnehmung und Positionierung der Stadt beitragen können.
Grenznähe verlangt klare Differenzierung
Basels Lage im Dreiländereck ist Chance und Herausforderung zugleich. Sie stärkt Internationalität, Offenheit und touristische Ausstrahlung. Gleichzeitig erhöht sie den Wettbewerbsdruck. Rund zwei Drittel der befragten Besucherinnen und Besucher geben an, auch ins grenznahe Ausland zu gehen.
Gerade deshalb muss der klare Mehrwert Basels gegenüber dem grenznahen Ausland noch stärker sichtbar werden. Basel kann und soll den Preiswettbewerb nicht zum Hauptfeld machen. Der entscheidende Mehrwert liegt in Qualität, Nähe, Service, Beratung, Gastlichkeit, lokaler Vielfalt, Kultur, Gastronomie, Atmosphäre und einer urbanen Erlebniswelt, die über den reinen Einkauf hinausgeht. Während beim Detailhandel die Preisdifferenz stark wirkt, zeigt die Studie, dass die Abwanderung bei Gastronomie, Freizeit und Unterhaltung deutlich geringer ist. Das ist ein wichtiger Hinweis: Basel ist dort besonders stark, wo Erlebnis, Qualität und Einzigartigkeit zählen.
Die Basler Antwort liegt deshalb in einer klaren Differenzierung. Einkaufen, Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität und Stadtraum müssen zusammen gedacht werden. So entsteht ein Gesamtangebot, das nicht einfach mit günstigeren Preisen im Ausland vergleichbar ist.
Fazit und Schlussfolgerungen für StadtKonzeptBasel
Die Studie bestätigt die Bedeutung des Urban Consumer Services Sektors für Basel. Er schafft Arbeitsplätze, prägt das Stadtbild, sichert Versorgung, ermöglicht Begegnung und stärkt die Attraktivität der Destination Basel. Gleichzeitig zeigt sie, dass diese Stärke gepflegt und weiterentwickelt werden muss.
Basel darf nicht auf Shopping reduziert werden. Der Detailhandel bleibt wichtig, doch die Zukunft der Stadt liegt im Zusammenspiel von Shopping, Freizeit, Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen, Stadtraum und Begegnung. Die Hotspots zeigen die Vielfalt der Stadt und machen deutlich, dass Basel aus unterschiedlichen Räumen mit eigenen Profilen besteht. Diese Vielfalt ist eine Stärke und soll gezielt weiterentwickelt werden.
Die Menschen kommen wegen Atmosphäre, Freizeit und Begegnung nach Basel. Die Stadt wird als Aufenthalts- und Erlebnisraum wahrgenommen; genau dieser Raum muss weiterhin gestärkt und in allen Entwicklungen mitgedacht werden. Die positive Bewertung der Erreichbarkeit konzentriert sich stark auf öffentliche Verkehrsmittel, Velo und kurze Wege. Auch das Erlebnis- und Freizeitangebot überzeugt: Knapp 80 Prozent beurteilen es positiv.
Gleichzeitig bestehen wirtschaftliche Herausforderungen für Unternehmen. Kostenentwicklung, Margendruck, Strukturwandel, verändertes Konsumverhalten und die besondere Konkurrenzsituation im Dreiländereck verlangen eine langfristige, koordinierte und partnerschaftliche Antwort. Die Grenznähe verlangt eine klare Differenzierung. Der entscheidende Mehrwert Basels gegenüber dem grenznahen Ausland liegt in Qualität, Erlebniswelt, Atmosphäre, Service, Kultur, Gastronomie und lokaler Vielfalt.
Die Unternehmen beurteilen die städtische Infrastruktur mehrheitlich positiv. Rund 80 Prozent stimmen zu, dass veraltete Infrastruktur genügend ersetzt wird und dass in neue beziehungsweise zukünftige Infrastruktur investiert wird. Gleichzeitig wünschen sie sich am häufigsten zusätzliche Investitionen in die Gestaltung des Stadtraums. Daraus ergibt sich für StadtKonzeptBasel eine klare Bestätigung des eingeschlagenen Weges.
Unsere täglichen Aktivitäten, Plattformen, Erlebnisformate, Kooperationen und unser Einsatz für lokale Wertschöpfung setzen genau dort an, wo die Studie zentrale Hebel sichtbar macht: bei der Verbindung von Stadtraum, Betrieben, Angeboten, Frequenz, Aufenthaltsqualität und partnerschaftlicher Stadtentwicklung.
StadtKonzeptBasel sieht sich darin bestärkt, Basel als zeitgemässe, vielfältige, attraktive und erlebnisreiche Destination weiter zu positionieren. Wir machen lokale Betriebe sichtbar, fördern Kooperationen, entwickeln Erlebnisformate und bringen stadtrelevante Partner zusammen. Damit gestalten wir die Stadt aktiv mit und tragen dazu bei, Basel langfristig besser zu positionieren: als lebendigen Einkaufs-, Arbeits-, Service- und Erlebnisort für die Bevölkerung, die Region und ihre Gäste.
Weitere Informationen
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SKB_2026_Studien_BAK-Economics_Urban-Consumer-Services_Web.pdf

